Band 
[Theil II.]
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oder die sogenannte Pottraitmalerey. r 67

hernach die Theile Zug vor Zug vereiniget, unddurch Schatten, licht und gehörige Farben allesin eine richtige Uebereinstimmung gebracht hat;so stellt sich das Bildniß so lebhaft und feurig dar,daß es den Beobachter entzücket und ihn in Ver-wunderung seht. Alles dieses entsteht aus derLeichtigkeit und Zauberkraft des Pinsels, welcherder Schilderey gleichsam das Leben einstoßet.

T itian-Aus deinen Reden nehme ich wahr, daßdeine Gemälde meiner Manier ziemlich nahe kom-men. Ich zweifle also nicht, daß du die Aenlichkeitimmer erreicht und deine Gegenstände glücklich ge-troffen hast. Deine Abbildungen werden auchwohl ohne Zweifel feurig, munter, geistreich unddurch ihre Gestalt reizend und voll Anmuth seyn?

Apelles. Ich malte meinen König Alexan-der so lebhaft, daß man im Bildnisse so gar seinTemperament, seine Gemüthsart und Regungwahrnehmen konnte. Wenn Appiott zugegenwäre, so könnte er euch erzählen, wie er aus mei.nen Abschilderungen manchmal wahrgesagt hat.

Hier steng einer von den Fremden an zu la-chen, worauf sich Apelles gegen ihn umwandte,und ihn mit sonderbarer Freundlichkeit fragte: ober etwan auch ein Maler sey? Ja, mein guter Al-ter. Ich habe zwar die Ehre nicht,dich zu kennen;doch kann ich dich versichern, daß ich sehr vielePortraite vom großen Adel sowohl als andern rei-chen Personen verfertiget, niemals aber derglei-

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