Band 
[Theil II.]
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168 V.Elysium über die Nachahmungskunst

chen Begebenheiten gehört habe. Hast du sie,fuhr Apellcs fort, etwan aufgeräumt, munterund geistreich vorgestellt? wenn sie gleich vielleichtjederzeit melancholisch und schwermüthig gewesensind? Wie mästen sie nicht über diese Schmeiche-lei- gelacht haben! und sie hatten auch gegründeteUrsachen dazu. Hier wäre AppivN verführt rvor.den. Hast du sie traurig, niedergeschlagen, oderdemüthig vorgestellt, wenn sie gleich ernsthaft undmajestätisch waren? Genug! sagte der Fremde :meine Gesichter hatten eine Dauer. Die Hälftewar allezeit im Schatten, wenn ich die Nase zurVerwunderung empor drückte. Ich gab nur aufdie Gesichtszüge achtung; um ihre Gedanken be-kümmerte ich mich niemals. Wer kann diestwissen? Apelles verstellte sich, und sagte zurRo-falba: Du hast alle Bildnisse zu Florenz, auchdie vom Titian, van Dyck, Rubens, Dürerund Holdem gesehen, sage mir doch, wie sie dirgefallen? sind sie denn so kunstreich, als was unsdieser neue Gast erzählt ?

Rosalba. Wir Weiber sind zu schwach,von solchen Meistern zu urtheilen; dennochwünschte ich unsre Lavinia Fontana ißt hier zusehen. Sie hat sich selbst, und ihren Vater inder Gallerie zu Florenz gemalt; diese würde unsNachricht geben, wie alle Künstler dersclbigenZeiten sich selbst vorgestellt haben: ob sie durchdie Zauberey des halbdunkeln Angesichts ihre Na -sen erhoben, oder wie die Kunst in ihren Arbeiten

geherrscht