Band 
[Theil II.]
JPEG-Download
 

oder die sogenannte Portraimalerey. 195

sche Künstler hingegen mußte, wie der Mond vonder Sonne verdunkelt, dem Schimmer jenes ver-blendenden Peruvianers weichen und seinen Wegnach Hause suchen. Van Dock stutzte dermaaßenmit »«verwendeten Augen über diese Erzählung,als wenn er einen heimlichen Verdruß empfände.Lavinia ließ sich aber dieses nicht irren, sondern fuhrin ihrer Erzählung fort und sagte: dieser ver-scheuchte Künstler wurde nach einer Zeit an ebendiesen Ort berufen, das Malergeräthe des Pam,philius in Ordnung zrk bringen, und auszuführen,was er zum Erbarmen verfertigt hakte; er ent-schuldigte sich über damit, daß er nur immer zuVenedig, niemals aber in Indien gewesen wäre.

Van Dyck,der nicht länger schweigen könn.ke, brach endlich in diese Worte aus und sagte:Nicht wahr, du kleine Zauberinn! du lachest?meynest du denn, daß ich es nicht inne gewordenbin, wie du nur auf mich gestichelt hast, weil ichjederzeit beym Adel prächtig erschienen bin?

Apelles so wohl, als andre, gaben ihre Mey-nung durch ein freundliches Gelächter zu erkennen.Nein, fieng Apelles an, du betrügest dich selbst,du irrest dich. Pamphilus, oder wer er seynmag, wollte durch seine Tracht sich vorher inHoch--auMng sehen, ehe er die Kunst noch verstund,welches auch unter uns Griechen gewöhnlich war.Du aber wärest vernünftiger; denn du erwarbestdurch deine Kunst vorher goldne Ketten undN r Straus»