Band 
[Theil II.]
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196 V. Elysium über die Nachahmungskunst

Straußenfedern auf den Huf, ehe du dir in denSinn kommen ließest, groß zu thun. Du konn-test ßc also mit allem Recht tragen, und dich vorder Welt sehen lassen. Du hintergiengest da-durch niemand, wie jener, der sich Kleider borg-te, um ein ansehnlicher Maler zu werden. Un.ser Parrhaslus war in seiner Tracht über dieMaaßen verwegen, und sein Uebermuth war sogroß, daß Kronen und Purpur ihn kaum begnü-gen konnten. Dadurch wollte er seine Kunst,die er schon lange gezeigt haste, unter dem Volkerheben.

Protogenes. Es muß in euren Landernwunderbar zugehn. Wer ist in solchen Umstan-den hinter das Licht geführt? Gemeiniglich, wieMich dünkt, die Person, die nach der Arbeit erstwahrnehmen lernt, wie man Schimmern, Blin-ken und Flittern vom Glänzen unterscheiden müsse.

Rosalba. Mein lieber Protogenes! wennes hier möglich wäre, so wollte ich dir mehr Un-terhaltung verschaffen, als euch Griechen die Herr,liebsten Staatsfeyerlichkeiten und Spiele zuwegebringen konnten. Man fragt nicht mehr, werProtogenes, Apelles, Lisyppus, oder Praxi-teles sey; wer für den König Alexander, fürEphesus, Athen oder Crotona ein Kunststück ver-fertiget habe. Alles, was nur griechisch heißt,ist unbekannt. Man spüret vielmehr sorgfältigund in geheim nach, unter was für einem Schulz,gestirne dieser oder jener Künstler lebe; wer den

wohl-