Band 
[Theil II.]
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zzr IX. Kurze Geschichte einiger Maser

nen Vater beraubt hakten. In seinem zwanzig-sten Jahre ahmte er schon dem Correggio undTitian nach. Er kam nach Venedig zum Bas-sano ins Zimmer, und griff daselbst nach einemBuche. Er fand sich aber betrogen, weil es nurgemalt war. Er und AugustlN kamen nachBologna zurück, woselbst sein Meister Ludovi-cus von ihm das Colorit lernte, das er mitbrach-te, und auf diese Art nahm die berühmte Akadermie der Carracci ihren Anfang. Alles lief ihnenzu. Diese drey Carracci, Ludovicus, Ago-stin und Annrbal arbeiteten zwar mit gleichemEifer, aber nicht mie einerley Erfolge; jedoch be-hauptete Annibal den ersten Rang. Sie mal-ten aber nicht einer nach dem andern auf einerLeinwand, an einem Gesichte, an einer Nase, wieich es mit Verwunderung anderwärts gesehen, undgezweifelt habe, ob so viel Hände ein Kunststückzusammen malen könnten. Wollte man aber je-manden geschwinde um gute Bezahlung abferti-gen, so räume ich ein, daß diese Art sehr vortheil-haft ist, zumal, wenn einer, der müde gewor-den, dem andern den Pinsel in die Hand gebenkann.

Nachdem Annibal endlich nach Rom in denPalast Farnese zu arbeiten kam, so vertiefte ersich in der Stille so sehr in dem Antiquen, daßer den Laokoon aus dem Stegreif hinzuzeichnenund andre Maler in Erstaunen zu sehen wußte.Nicht nur Rom, sondern ganz Italien bewundert

noch