Band 
[Theil II.]
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Z46 IX. Kurze Geschichte einiger Maler

Rubens Leitstern; doch scheint er im Fleisch demTitiaN näher zu kommen. Dieser Mann ward»m Jahr 1599 zu Antwerpen geboren, und imJahr 1641 kehrte er in London zu seinen Vatern.

In Portraitm ward er zuweilen ein andrer Ti-trän; im Geschichten und Stellungen seiner gros-sen Compositionen aber mangelte es ihm an derVollkommenheit.

Franz von Quesnoy, sonst Fiamengo ge-nannt, ein Bildhauer, brachte diese Kunst so hoch,daß man sagen konnte, Michelagnolo habe sie,nachdem ihr ganzes Daseyn von dem griechischenAlterthum an bis zu seinen Zeiten erloschen war,wiederum in Gestalt und Form zu bringen ange-fangen, Fiamengo aber ihr das Leben eingebla-sen. Dieser in Italien über die Maaßen be-liebte Künstler war im Jahr 1594 zu Brüssel ge-boren, wo sich seine Aeltern aus dem wallonischenBezirk Quesnoy niedergelassen hatten. Er lernteim Ansänge von seinem Vater in Elfenbein undMarmor arbeiten. Der Erzherzog Albert ließihn zu Tor Beerten die Statüe des heiligen Jo-hannes verfertigen, worauf er ihn mit einem ge-wissen Gehalt nach Rom schickte, sich in dieser iKunst besser zu üben. Da Albert starb, mußteunser Fiamengo zu Rom sich mit Holz und El-fenbein behelfen. Er arbeitete für den Kupfer-stecher Claudius aus Lothringen, und für einenKaufmann Peter Fischer au§ Flandern. Phi-kipp, Fürst von Colonna, gab ihm endlich Gelegen-heit,