Band 
[Theil II.]
JPEG-Download
 

und Bildhauer, nebst ihren Werken. Z47

heik, seine Kunst zu zeigen. Er verfertigte fürihn ein Crucifix von Elfenbein, welches er demPabst Urban VI!I verehrte. Seinen meistenUmgang genoß er mit dem pieardischen MalerPoußin, dadurch erhob er sich zum großen anti-guen Geschmack, modellirte den Laokoon, denRücken des Herkules, studirte nach Titians Kin-dern, machte Vaßorilievi von 2lmouretten, undandern gruppierten Figuren so zärtlich, daß er an-fieng einen Ruhm zu erlangen. Er stellte dieEitelkeit vor, wie sie von der Liebe Gottes besiegt,mit Füssen getreten und stumm gemacht wird; einandres Kind aber hebt zum Zeichen des Siegesden Lorberkranz empor. In eben der Größemachte er ein Kinderspiel, da sie einen Bock bey-^den Hörnern halten, ihn peitschen, ein andres abereine Maske vor das Gesicht nimmt u. d. g. Die-ses Modell von Erde wurde durch den römischenKünstler, Thomas Fedele , sonst Tomaso delParstdo in Porphyr gebracht, in welchem Steinzu arbeiten er eine besondre Leichtigkeit besaß.Dieses Werk gerieth auch so schön, daß es derCardinal Franciscus Barberini dem König inSpanien, Philipp dem Vierten zuschickte. Eswird auch heutiges Tages noch zu Madrit im kö-niglichen Palast verwahrt. Hiernächst war Sile-nus sein Vergnügen, welcher an einem Weinstockangelehnt neben einer Höhle einen Rausch aus-schlast. Kinder binden ihm die Hände und Füsse;eine Nymphe bemalt ihm die Wangen mit Maul-beeren; kleine Faunen stuhen seinen Esel, und

reißen