Band 
[Theil II.]
JPEG-Download
 

und Bildhauer, nebst ihren Werken. 359

ben der Kanzel des heiligen Petrus aufsetzen. ImPalast Farnese sind zwo liegende Figuren vonMarmor, welche den Ueberflnß und die Liebe desNächsten vorstellen. Porta bewies dadurch, wietief er in die Kunst des Meiselö eingedrungen sey.

Durch diese Marmorstücke wurde Porta be-rühmt. Er stellte durch jene nicht nur die zwoHaupttugenden des Pabstes Paulus IH, imglei-chen die Klugheit und Gerechtigkeit vor; sondernmachte auch das Angesicht der Klugheit der Ju-lia, der Schwester des Pabstes, jenes aber derMutter des Pabstes Paulus änlich. Ursprüng-lich waren diese Statuen unbekleidet, daher sind- sie durch den Vermin mit einem Gewände vonMetall überzogen worden.

Diesem Wilhelm della Porta giebt derFarnesische Herkules seinen besondern Rang un-ter den größesten Bildhauern. Lange nach Ab-sterben des Raphaels und einige Jahre vor demTode des Michelagnolo wurde dieser Herkuleszu Rom aus dem Schutt der Bäder des Cara-calla ausgegraben. Er ist beynahe dreymal grös-ser, als nach dem gemeinen Leben von parischemMarmor, und durchgängig bis auf die Füße un-beschädigt ans Licht gekommen. Unser Portamußte also die Füße dazu machen, und sie anse-tzen. Wie sich nun Porta, ein moderner Mey-lander, mit dem Urheber dieses Herkules, demGlykon aus den griechischen Alterthümern, betra-gen habe, werden wir gleich erfahren. Kaum wa-

Z 4 ren