358 IX. Kurze Geschichte einiger Maler
Bonanni von der Sk. Peterskirche zu Rom ge-schrieben hat. Dieses, nebst andern Werken ,kann man in der kaiserlichen Bibliothek zu Wientäglich nach Belieben sehen und lesey. Alle Ein-wohner des Reichs der Wissenschaften und Kün-ste haben daselbst einen freyen Zutritt.
Von unserm Flamländer muß ich noch er-wähnen, daß der Herzog von Kent zu London vonihm einen Cupido bekommen habe, welcher einenPfeil abschießt. Der Herr Tern-Kate zu Am-sterdam besaß zween Köpfe von Philosophen ausMarmor, die er höher schätzte, als ganze Stä«tüen. Sie sind mit solcher Liebe und Kunst ver-fertiget, daß man die Vernunft selbst darinn er-blickt, lind ohne Nachsinnen behaupten kann, daßes zween wahre Philosophen sind. Kurz: die-ser große Bildhauer blieb seinen Zeiten nichtsschuldig. Er wurde wegen der Kunst von allenseinen Mitkünstlern verfolgt, ob er schon stille,sanftmüthig, eingezogen, bescheiden und erhabenwar.
Wilhelm della Porta, ein Ordensbrudervon Meyland, verfertigte das Grabmaal des Pab-stes Paulus Hl in der St. Petcrskirche zu Rom.Die Statue des Pabstes ist von Metall, die amFuß derselben theils liegenden, theils sitzendenFiguren aber sind von Marmor. Dieses Monu-ment stund anfangs auf der rechten Seite desHauptpftilers in der St. Peterskirche, Urban VlHließ es aber im Jahr 162g wegnehmen, und ne-ben