Z68 X. Beschreibung
das Auge, welches eingesperrt beleidiget wird. Eswill durch das Geräusche des Laubes wenig,stens den Himmel erblicken können. Wie ange-nehm ist ein dicker Wald, aus welchem ich dieMannichfalcigkeit der Gegenstände sehen und deut-lich erkennen kann ? Kurz, mein Auge leidet keineEinschränkung, wenn ihm ein Landesgemälde vor.gestcller wird.
Hier ist aber meine Absicht keineöweges, vondieser Kunst einen ausführlichen Unterricht zu ge-ben; sondern mein Augenmerk gehet bloß dahin,von einigen Schildereyen, welche vielleicht denGeschmack und die Manier einiger Künstler au-ihren Jrrwegen aufeine bessere Bahn einleiten kön-nen, einen Abriß zu geben.
Phocion.
Phocion der Gütige war zwar zu Athenein angesehener, aber dabey sehr armer Mann,ob er schon durch verschiedene Würden sich großenReichthum hätte erwerben rönnen. Da es ihm««vermuthet in den Sinn kam, ein Anhängerder Vornehmsten des Staates zu werden; sowurde er von seinen Mitbürgern um das Lebengebracht; und weil ihn niemand wollte begrabenlassen, so wurde er, wie Plutarch berichtet, vonzween Knechten über die Gränzen von Athen hin-aus getragen und dahingeworfen.
Dieses Leichengepränge gab vor 120 Jahrendem Nikolaus Poußin Anlaß, die Stadt Athen
mit