4lo XU. Die Architectur.
XU.
Die Archikectur.
Schreiben aus Rom an Chäremon.
Mein Freund!
^^ie unvermrithete Ankunft und der vergnügteAufenthalt eines Monarchen allhier zuRom, noch mehr aber seine so schleunige Ab,reise haben mein Stillschweigen über dein langesKlagregistec wider den Zustand der Künste verur-sacht. Stelle dir einmal vor, wie es wohl hättemöglich seyn können, dir aus deine LatraLfto-m>'omueUia zu antworten. Ganz Rom wardbeynahe in ein solches Schauspiel verwandelt.Das ganze menschliche Geschlecht, ja so gar Tem-pel und Paläste geriekhen in Bewegung, ihn zusehen, zu ehren, zu bewundern, und Kennzeichender tiefsten Ehrfurcht für ihn aufewig in ihr Her;zu prägen. Er wollte sich zwar nicht zu erkennengeben: So wenig aber die Sonne hinter denWolken ihren Glanz verliert; so unmöglich wares, die Größe seiner Seele und seiner Majestätzu verbergen. Sie blickten aus allem seinemThun und Lasten hervor. Wenn alles Leben auf-hört, so werden ihn die Steine noch ehren. DieKünste sind gereizet und ermuntert, diesen Mon-archen zu verewigen. Und du lässest dich voneiner beynahe trostlosen Gesinnung so irre machen,
daß