4l6 Xls. Die Architectur.
Fehlet stecken, welche die Anlage verhindern.Eine verdrüßliche Antwort ist sein Bescheid. Un-versehens aber kommt der Baumeister selbst, undmacht in der größten Eile verschiedne Anordnun-gen. Das Gebäude fängt bald an aus der Erdemit so starkem Ansetzn empor zu ragen, daß dieMauren viel mehr Platz von der Lage, als derZwischenraum einnehmen. In der Ausführungwird hernach oft ein Stück abgebrochen, oder esfallt von sich selber zusammen, welches man wie-derum anders bauet. Dort erweitert man ei-nes; dieses wird ergänzt; jenes verbessert oderweggerissen. Das Gebäude steht, und man be-wundert die weiße und blaue Farbe. Ein To-dter beurtheilet es, und findet, daß wenige Theilean ihrem Orte stehn, einige sehr gedrängt sind,andre ein zu großes, oder zu kleines Ansetzn undkein zusammenstimmendes Verhältniß haben,und eine prächtige Verzierung die andre verbringtoder verdunkelt. Wir mögen dergleichen Werkein Rom betrachten wie wir wollen, wir mögen sieloben oder tadeln, so hilft es doch nichts; sie stehneinmal da, und schaden uns nichts. Ist euerBauwesen in besserer Verfassung, so kann es nichtanders seyn. als daß man uns die Kunst entwen-det haben müsse.
Deine Denkungöart ist mir bekannt, und icherinnere mich unsrer Gespräche noch sehr wohl.Mein sechs und siebenziejähriges Gedächtniß er-neuert mir oft unsre alte Lust, die wir allhier em-
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