Band 
[Theil II.]
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418 XU. Die Architektur.

Jenem großen Monarchen mangelt es an solchenin seinen Staaten keineöweges, und sein Auge istscharfsichtig genug, die eingesetzten Pflanzen zubeobachten, und sie im Wachsthum zu erhalten.Er findet alles in Bereitschaft, was seine zu Romerweckten Gesinnungen unterstützen kann.

Du hast Recht, daß die Hauptstadt der Chri-stenheit keine deutsche Residenz ist; daß unsreTempel keine St. Petcrskirche, und unsre großenThore keine Siegeöbogen sind. Hingegen wirstdu doch dieses nicht läugnen, daß unsre hohenThürme eure Obelisken und Colonnen weit über-treffen. Einige von unsern Palästen haben zwareinen römischen Geschmack, und viele scheinen so-gar den griechischen nachzuahmen, den sie abernicht völlig erreichen.

Du weißt, daß ich einen kleinen Anfang ge-macht habe, vom Bauwesen zu dichten, und die-ses bewegt mich, dir zu sagen, daß einige vonunsern Palästen Rom ebenfalls verherrlichen könn-ten, ob man gleich an andern gewahr wird, daßzwar die Baumeister von der Architektur etwasgehört, aber nicht alles begriffen haben. Wirmüßen mit dem vorlieb nehmen, was unsernMaurern und Steinmetzen geträumt hat. Werwird es nun wohl wagen, seine Gedanken öffent-lich zu erkennen zu geben? Euch Römern alleinist diese Freyheit verstattet, durch die vonns^.ucrerig, wenn dem Pasquin nicht wohl zu Mu-the ist, das Publicum zu unterrichten, was die-ser