Band 
[Theil II.]
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auf griechische Art.

gleichen griechischen Künstlern selbst unbekanntsind. Da der menschliche Körper das Haupt»Muster aller Symmetrie oder des Ebenmaaßesist, so bemerkte man, daß eine gewisse Leibesstel-lung seiner natürlichen Schönheit einen neuenGlanz und ein vorkrefflichers Ansetzn gebe, ja so gareinen häßlichen Körper dennoch wohlgefälligmache. Diese gewisse Leibesstellung ist eine un-gezwungene Bewegung der Glieder nach den Ge-setzen der Schwere und der Wendung, welchedas Auge des Beobachters reizet. Wenn manhingegen einen Menschen nichts als lauter gleich-seitige Stellungen machen, zum Beyspiel, dasGesicht, den Hals, die Schultern, den Leib ge-rade, die Arme niederhangend, die Beine, Schen-kel und Füße steif und geschlossen zusammenhal-ten ließe; so würde eine solche starre und stan«genmäßige Bildsäule, wovon ausserdem noch beydeFüsse an einander einen natürlichen Teller vor-stellen, einem jeden, auch in der Kunst unerfahr-nen Auge mißfallen. Gleichwohl herrschet dar-inn eine vollkommene Symmetrie oder ein richti-ges Ebenmaaß. Oder man sperre die Beine seit-wärts in gerader Linie auseinander, und erhebebeyde Arme in gleicher Höhe, oder strecke sie inwaagerechter Linie aus; so werden beyde und alledergleichen Stellungen von jedermann für allzu-gleichseitig und einfältig gehalten. Ja, nicht nuediese, sondern auch eine jede andre Stellung, dieein gemeines Ebenmaaß, oder eine solche genaueSymmetrie zeigt, wird gleicher Verachtung aus-F f z gesetzt