Band 
[Theil II.]
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462 Anhang. I. Schreiben über die

vorr sich. Wo kommen aber diese her? da dochdiese Bestien weder einen Glanz von sich geben,noch auch einige Sonne da ist? Palmenzweigedurchkreuzen alles, ob sie gleich nicht nach derNatur gezeichnet sind. Zweige und Laubwerksprießen aus dem Grunde heraus, davon dieganze Natur kein Beyspiel auszuweisen hat.

Ich will nicht hoffen, daß du, mein Freund!diesen theuren Erfindern und Zeichnern mit dergewöhnlichen Ausflucht: Malern und Dich-tern rc. zu begegnen krachten werdest. Dennich bin berechtiget, dir mit eben dem HoraZ zuantworten, der gesagt hat: Man soll keine Ty-ger mit Lämmern zusammengatten, u.s.w.

So lange die Natur allen schönen Künstenzum Muster dienen soll, so lange wird auch allesfalsch seyn, und keine Entschuldigung verdienen,was von diesem Vorbild abweicht, und wer die-ses thut, der öffnet einem langst verworfenen go-thischen Geschmacke Thür und Thor.

Wie gefallt dir denn folgende Erfindung?Der Kupferstich stellet das in Stein gehaueneBrustbild eines modernen Fabeldichters vor, wel-ches auf einem steinernen sehr breiten und plum-pen Gestelle mitten im Walde steht, und mit herab-hängenden Blumenschnüren um den Hals geziertist. Äesop steht gleichsam lebendig auf der plat-ten Erde davor, und streckt beyde Hände nachihm aus. Ueber dem Schnitzbilde hängt eine

große