Band 
[Theil II.]
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sogenannten grotesken Malereyen. 46z

große Tapete an den nächsten Baumästen, dereneine Eckfalte ein fliegender Adler im Schnabelhalt, und gleichsam aufhebt. Drey Meerkatzen,welche einige unrecht Affen nennen, beschäftigensich dabey, dem steinernen Dichter Festonen um-zuhängen, ihm einen Kranz aufzufetzen, und d«nTeppich wegzurücken. Neben dem Postamentstehen mit offenen Schnauzen ein Rind, ein brül-lender töwe, ein Schaaf, ein Wolf und ein Hund.

Was dünket dich nun, mein Freund! vondieser sinnreichen Erfindung? Wenn jemand al-les, waö rund und von Metall ist, für gangbareMünze erkennt; so wird er bald die Zeichnungund den Grabstichel; bald die Baume, dasBuschwerk und die Thiere; bald den Aesop be-wundern und loben. Ein wahrer Kenner undRichter der schonen Künste aber wird damit nichtzufrieden seyn. Ueberlegt er alles, so wird erfragen: Wie reimt sich der seit etlichen tausendJahren berühmte Aesop, als wenn er iho lebte,zur Bildsäule eines modernen Fabulisten. Dieseskann weder in dieser Welt, noch im Elysium ge-schehen. Die Vorstellung sieht also eben so un-gereimt aus, als wenn Alexander der Große beyder Ehrensäule des Julius Cäsars lebendig vor-gestellt würde. Hier sieht es ja aus, als obAesop der Bewunderer und Nachahmer des heu-tigen Dichters wäre, da es doch gerade umgekehrtist. Aesop sollte auf dem Postament stehen,und der neue Fabulist als ein Lebendiger ihn vonunken verehren.

' Wie