Band 
[Theil II.]
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464 Anhang. I. Schreiben über die

Wie kommen ferner die Teppiche in denWald? wer hat sie dahin aufgehenkt? und wo.zu sollen sie dienen? Denn gesetzt, die Ehrensäuledes Dichters wäre im Walde gebauet worden;so sieht man doch davon keinen saktsamen Grund,da sie weder von den Thieren noch vom Aesopaufgerichtet worden. Der vernünftige Beobach.ter fraget weiter: Wenn man angefangen habe,über steinerne Schnitzbilder Teppiche zu hangen?Soll etwan der Regen und die Sonne von ihnenabgehalten werden? das wäre ja lächerlich. DerTeppich wird gewiß viel eher, als der Stein ver-faulen und zerfallen. Wo sieht man denn irgendsin der Welt über den kostbarsten marmornenSchnitzbildern Teppiche aufgehenkt?

Wenn zu Vertheidigung solcher Fehler dieAntwort genug ist: daß man es mit solchen Din-gen so genau nicht zu nehmen pflege; so wäre siein der ganzen Welt zulänglich, und könnte denje»nigen zu statten kommen, welche beständig irren,und dennoch so gar des menschlichen GeschlechtsMuster und Meister zu seyn sich hochmüthig an.maaßen. Allein diese machen sich anheischig,uns nichts, als was vollkommen ist, zu zeigen undzur Nachahmungzu liefern. Ihr Geschmacksolljader feinste und der vollkommenste seyn. An ihrenWerken muß also kein Schatten eines Fehlers er-scheinen. Denn wenn diese fehlen, die doch Mei-ster seyn wollen; so ist es gar kein Wunder, wennder übrige Theil ihnen blindlings nachfolget.

Ich