Band 
[Theil II.]
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463 Anhang. I. Schreiben über die

davon noch sehen kann, das dient zur Lust, Freudeund zum Vergnügen. Alles dieses wird immer-fort das Grolesque genannt, dessen Ursache dubald vernehmen wirst.

Giovanni da Mine, Raphaels Schüler,ward in dem feinsten Geschmack erzogen; daherkonnte ihn nichts mehr reizen und ergoßen, alsneue, und damals aus dem Schutt hervorge-brachte Schildereyen. Er strebte darnach, undwußte sich in der Kunst alles zu Nutze zu ma-chen, was man zu seiner Zeit unter den Ruinendes Palastes des Titus hervor zog. Die fein-sten Schildereyen von den wunderlichsten Gegen-ständen lockten ganz Rom an sich. Giovanniwar der erste, welcher anfieng, dieselben mit sol-chem Eifer nachzuahmen, und sich dieselben der-maaßen eigen zu machen, daß kein andrer Malerihm gleich arbeiten konnte. Er war also der Ur-heber der modernen Chimären. Er zierte denGeschmack des Alterthums mit seinem neuen, undbrachte sowohl in Typs als in Farben das Anti-que wiederum vollkommen empor, dergleichen an-dre vor seiner Zeit vielmal, jedoch vergebens, ge-sucht hatten.

Wie viele alte griechische und römische Ver-zierungen entdeckte man in Höhlen unter den Ber-gen, und in begrabenen Grotten unter den römi-schen Weingebirgen? Solche antique Schatze be-kamen also den Namen von dem Orte, wo sie ge-sunden worden; man nennte sie Grottesguen, weil

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