sogenannten grotesken Malereien. 469
man sie aus Grotten hervorgebracht, oder in den.selben abgemalt hatte, so, wie man heut zu Tagedergleichen Ueberbleibsel der Alten, die man imHerkulanio entdeckt, nunmehr Herkulanische Ma.lerart nennte.
Mit solchen Verzierungen wurden hernach inden Palästen allerhand kleine Zimmer, Kammern,Höfe, Treppen, Garten, Lusthäuser, und Gangeverherrlichet. Unwissende, ungeschickte und un-gelehrte Künstler aber brachten sie wiederum insolchen Verfall, daß man fast nichts mehr zu se-hen bekam, als rauhes, verworrenes, dummes,unmäßiges, widersinniges Zeug von allzu häufi-gen schönen blendenden Farben, welche wederWitz oder Verstand, noch viel weniger etwas An-genehmes und Reizendes vorstellten. Man sahnichts mehr von den schönsten kleinen Fesionen,von schmackhaften, saftigen Früchten und frischenBlumen; nichts mehr von den feinsten halberha-benen Gypsstücken, von kleinen süchtigen, mun-tern Satyren, die übereinander stiegen, oder .sichlebhaft und lustig mit Krautblättern herumschlu-gen, und das Auge des Beobachters mit solcherAnmuth ergötzten, daß man ihren Scherz undErnst mit Worten nicht beschreiben kann.
Die lebhaften Arten von allerhand Vögeln,Masken, Wettfahrten, Laufen, Ringen, Jagen,Tanzen, Buschwerken, Schmuck und unzähligenandern Dingen, welche in einer unendlichenManmchfaltigkeit erscheinen, zeigten sich so zau-Gg z berisch