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Abhandlung von Mauergemälden
oder vom Fresco.
o sehr sich einige von unsern Frescomalernschmeicheln, durch ihre Bemühungen be-rühmt zu werden; so weit sind sie von jenen al-ten Italiänern entfernt, welche durch unzähligeFrescomalereyen sich unsterblich gemacht haben.Was vor zwey ode- dreyhundert Jahren in Ita-lien auf nassem Kalk ausgeführt worden, daöglänzet, pranget und glühet noch heute in so ver-wunderungswürdiger Vortresslichkeit, daß all^Kenner dadurch entzückt werden. Ich möchteüber dasjenige weinen, was theils die Nachlaßig-keit, theils die Bosheit, und an manchen Ortendie Zeit inö Verderben gestürzt hat. Sie be-greifen es nicht, warum die meisten von unsernmodernen Malern so großen Männern weder inder Zeichnung, noch Erfindung; weder in derWahl, noch Anlage der Farben beykommen; war-um die uralte Kunst neu, die moderne hingegenalt erscheinet. Wer Rom, Neapel, Florenz,Parma, Venedig und Mcyland gesehen hat, undüber das Gebirge wiederum nach Hause kömmt,erschrickt gemeiniglich beym ersten Anblick über dieSchätze seiner Vaterstadt. In diesen Landernsah er nichts als Leben und Munterkeit, zu Hausaber muß er sich nicht selten mit abgestorbenenGg 5 Far-