Band 
[Theil II.]
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oder vom Fresco. 485

zur Grundlage dient, und manchmal solche Ver-änderungen darinn verursachet, welche der Ma-ler nicht vermuthet hat. Er nimmt sie erst wahr,wenn der Kalk trocken wird. Diese Verände-rung der Farbe ist manchmal so stark, daß der ge-schickteste Künstler sich betrogen sieht; weil er dieMaterie der Farben weder eingesehen, noch in Achtgenommen hac.

Die wichtigsten Werke bekommen manchmalam Ende der Arbeit durch solche Zufälle ein miß-liches Ansetzn, und der Künstler wird seines Ruh-mes beraubt, wenn seine Arbeit wider Hoffen undVermuthen durch solche Verwandlungen seinerFarben alles, das ist, Natur, Kunst und An-sehn verliert. Daher mögen einige Erinnerungenhierüber nicht undienlich seyn, nämlich: daß je-der Kalk, wenn er auf der Mauer zum Grundeeiner Malerey angelegt wird, von solcher Eigen-schaft ist, wodurch er den Künstler einen glückli-chen Ausgang hoffen läßt. Durch sein starkes,frisches und kühles Wesen nimmt er den ganzenTag hindurch alle Farben schön und glühend an.Der Künstler arbeitet mit Lust, wenn er einigeStunden lang seine Anlagen so ausfallen sieht,wie er sie angebracht hat; alles vergnügt ihn.Wenn sich aber die Feuchtigkeit nach und nachaus dem Kalk zu verlieren, er selbst aber sich zu-sammen zuziehen und zu trocknen anfängt; so er-schrickt der Maler, daß die angelegte Farbe, wenner noch einmal darüber fährt, sich verändert hat,Hh z und