486 Allhang. II. Abhandl v. Mauergemälden
und an demftlbigen Orc eine sehr üble Wirkungzeigt. Daher pflegen erfahrne Männer, ehesolche Veränderung geschieht, ihre Arbeit mit lau-ter harten Farben anzufangen, die dünnen wohlzu vereinigen, zugleich aber sehr fleißig, munterund hurtig die Mauer zu bedecken; weil, wenn sielangsam wären, der Kalk eine feine Haut anneh-men, und durch die Luft sowohl als seine Eigen-schaft die ganze Arbeit beschmutzen, oder gar, sozu sagen, schimmlicht machen würde.
Es sind aber noch mehr Anmerkungen in Achtzu nehmen: Wenn man gewisse Farben anlegt,welche zwar gröber, aber dünner sind, als andre,wie die Feigclfarbe. Je stärker und frischer derKack ist; desto besser kann man beyde brauchen.Allein, in dieser Arbeit ist eine sehr freye, sichereund geschickte Hand vonnothen, welche durch ei-nen heuern und geübten Verstand geführt werdenmuß. Dieser sieht die Mischung der Farben undihre Veränderungen voraus, die nicht nur den-selben Tag, sondern so lange geschehen, als derKalk nicht vollkommen trocken wird.
Man muß den Kalk auf eine sehr feuchteMauer, und nur so viel anlegen, als man densel-ben Tag übermalen will. Ist ein so bestimm«ter Raum zubereitet, so theilt man die gehörigenLinien nach der Zeichnung mit einem in röthlich-tem Wasser eingetauchten Pinsel richtig aus.Denn dergleichen schwache Farben erscheinen deut-lich genug, und können im Fall einer nöthigen
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