Band 
[Theil II.]
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im Traume.

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lebendig, so, daß man sagen konnte, daß hier wei-ter nichts nöthig wäre, als der Athem und dieSprache.

Unversehens erblickte ich einen ehrlichen gu-ten Alken, der von einem Gemälde zum andernherum schlich, verschiedene Theile ihrer Anlageüberfuhr, und dadurch mich aufmerksam machte.Sein Pinsel kam mir so leicht vor, daß ich seineZüge und Striche nicht wahrnehmen konnte. Erüberfuhr eine Gegend unzählige Male; dennochblieb alles unverändert. Durch seine ununter-brochene Beschäfftigung löschte er doch kaum nurden geringsten verblendenden Glanz des Gemäl-des aus. Er setzte ein so natürliches Braun indie Schatten, und linderte die Farben so gut, daßjede Figur vollkommner wurde, als sie bey ihrer er-sten Entstehung aufder Skafeley gewesen war. Jemehr ich dielen Alten, seine langen über die Stir-ne Hangenden grauen Haare und alle ferne Unter-nehmung betrachtete, desto mehr ward ich begie-rig, ihn zu kennen. Ich erfuhr endlich, daß erdie Zeit selbst sey.

Ungefähr öffnete sich eine Thüre, durch wel-che ich einen fleißigen Mann mit der Palette inder Hand erblickte. Als ich hinein trat und ihmmeine Betrachtungen erzählte; so erhielt ich vonihm folgende Antwort: Gedanken, Nachsinnen,Träume, Betrachtungen, Einfälle, Hirngespinn-ste, alle diese Dinge dienen zur Nachahmung, zurErfindung und zur Kunst. Gesetzt aber, es wä-