Band 
[Theil II.]
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5O4 Anhang. III. Der Kenner der Kunst

Dieses Gespräche machte in meinen Ge-danken einen so kiesen Eindruck, daß ich er-wachte, und demselben mit Vergnügen nach-hieng, auch bald das Glück hatte, um derglei-chen neu erfundenes Bildniß mit Verwunde-rung der Natur, Kunst und List des Malersanzutreffen, es zu betrachten, und mit Ehr-furcht für den freundlich redenden Gegenstanddes Gemäldes hochzuschätzen.

So vielerlei) Gegenstände, mich mit denKünsten zu unterhalten, gaben mir zu aller-hand Betrachtungen Anlaß; bald stellte ichmir den falschen Witz und den Irrthum, balddie Einfalt und die Unwahrheiten vor; dennaües, was in Gemälden von der Wahrheit ab-weicht, ist Unwahrheit. Bald sah ich dengothischen Geschmack, die Barbarey, den gemiß-brauchten Fleiß, den Eigensinn, die verwor-rene Einbildung und die von diesen mannichfal-tigcn Eigenschaften abstammende sämmtlicheVerwandtschaft der Maler und ihrer Gemäl-de. Ich würde kein Ende finden, wenn ichalle Ungeheuer beschreiben wollte, die von dergroßen Menge dieser Abkömmlinge herrühren.Der heitere Witz, die Wahrheit und Unwahr-heit allein tragen die Fahnen, unter denen dieKünstler zu stehen pflegen.