Band 
[Theil II.]
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im Traume.

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Was folget hieraus? Ihre Schönheit, sagteich, würde dabey nichts verlieren. Beyde Bild-nisse würden ein allgemeines Vergnügen erwecken.

Wenn aber ich dieselbe abzubilden hatte, sodürfte meine Erfindung bey dir vermuthlich mehrBeyfall finden, als die Kunst zweener Künstler.Der fast allezeit halb offene Mund vermindert zu-weilen ihr schönes Ansehen. Diese der Schön-heit ein wenig nachkheilige Gewohnheit, so sehr sieauch die Aenlichkeit vollkommen macht, müßtevermieden werden, ohne ihren Mund zu schließen.Hier hilft nun die Kunst nichts, sondern Witz,Verstand und List muß den Pinsel führen. Ichmalte sie zwar mit ungeschlossenen Lippen; ihreWendung aber sollte das Angesicht so vorstellen,als wenn sie mit ihrer Freundinn ganz munter re-dete.

Hier wirst du nun gewahr, daß der offeneMund keine üble Gewohnheit bedeutet, sondernLaß er in einem wirklichen Gespräche sich eröffnet.Ist mein Einfall Kunst oder List? gehört er zurMalerkunst, oder zur Vernunftlehre? dergleichenlistige Erfindung kann man durch die Zeichnungs-kunst nicht lernen. Also muß ein Künstler, wiedu siehst, witzig, erfindsain, oder wenn ich michso ausdrücken darf, ein schlauer Fuchs seyn, unddas Geheimniß verstehen, sich so gar die Män-gel und Fehler seines Gegenstandes zu Nutze zumachen.

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