Band 
[Theil II.]
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der freyen Künste.

Sind unter uns dergleichen Gesinnungen inAchtung und in der Gewohnheit; so könnenwir uns getrost schmeicheln, daß die Kunst nichtim Verfalle sey, sondern daß sich ihr Wachsthumausbreite, und nichts anders von uns fodere, alsdaß wir uns jederzeit bey den vortrefflichsten anti-ken Urbildern aufhalten sollen. Bey diesen kön-nen wir uns jederzeit darauf verlassen, daß wirauf dem rechten Wege sind, unsern Geschmackzu bilden; hingegen den kürzesten Weg . verfol-gen, den Geschmack zu verderben, wenn wir an-fangen von jenem abzuweichen.

Wollte sich nun Jemand in den Sinn kom.men lassen, sich wider meine Säße zu empören;so wird mir ein solcher Gegner eben so gleichgül-tig vorkommen, als allerhand Wunderwerke, sodieses Jahrhundert zu erzeugen sehr geschäfftigist. Man will sie weder tadeln, noch mit eini-ger Bewunderung ehren. Einige wollen nichtalle üblichen Manieren für Grundsätze der Kunstangeben, sondern die Wahrheit der Grundsätzedurch die Uebung bestätigen. Wenn eine Kunstvestgesetzt ist; so sind derselben Lehrer die besten,welche die Regeln durch die Muster rechtferti-gen, aus welchen sie die Regeln gezogen haben.Diese verursachen Verwunderung, machen ge-lehrt, und stellen die Mutter der Klugheit vor.

Was antworten wir aber denenjenigen, wel-che uns wider die Nachahmung des Antiken ihre

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