5 28 Anst. V. Verdienste alter italiänischer
und Kunststücke unsrer Landsleuke beschrieben?Ich will nichtvon den Zeiten der alten Griechen,sondern von mittern Jahrhunderten reden, in wel-chen Italien wiederum zu blühen anfieng, wie wirbald hören werden. Man verwundert sich billigüber die Menge der deutschen Kunstwerke, undhat Gelegenheit, die Griechen, Römer und andreItaliäner nicht immersort allein hochzuachten. Daich aber hier mich über ihren Ruhm auszubreitengedenke; so höre lind sehe ich schon die Kennerund Liebhaber des griechischen und römischen Ge-schmackes einher schleichen, und mich sowohl alsalle Deutsche über die Achsel ansehen. Sie kom-men den deutschen Künstlern sehr nahe. Siesehen ihren Vorzug, ihre Zeichnung, Erfindungund Anlage, ja überhaupt ihre Arbeit so weit her-ab, als so,sehr sie jene griechische und italiänischeerheben. Sie sprechen dem deutschen unermü-deten Fleiße das Lob beynahe schlechterdings ab,welches die Römer durch die Nachahmung derGriechen, und nach diesen die Italiäner durch dieNachahmung der Römer und Griechen verdienthaben. Die Maler der alten deutschen Schulen,sagen sie, erreichen das Edle, das Erhabene derrömischen Schule nirgends. Wie sehr sind nichtRaphael von Urbino und Albrecht Dürer, obsie schon die vornehmsten Künstler ihres Vater-landes, auch Zeitverwandte und durch ihren gegen-seitigen Ruhm gepriesene Freunde waren, in ihrenWerken unterschieden ? Man setzt aber hinzu, daß,wenn Dürer und andre deutsche große Künstler
Ita-