Band 
[Theil II.]
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Z Z2 Aich. V. Verdienste aller italiänischer

Die griechischen Kleidungen wurden dem Lei-be gemäß sehr leicht und ungezwungen verfertiget.Man konnte darunter alle Theile des Körpers, jaso gar die Formen der Muskeln wahrnehmen.Die Schauspiele wurden vielfältig durch nackendeTänzer, Fechter, Ringer und Pantomimen vor-gestellt. Feste, Bäder und andre Lustbarkeitenreizten das Auge ohne Aufhören, die Natur nach-zuzeichnen. Alles war eine Schule der Kunst;alles diente zum Muster und Modell. Der Künst-ler konnte aller Orten sehen, betrachten, vergießchen, den Unterschied anmerken, wählen und nach»ahmen. Er wurde mit den Meisterstücken derNatur bekannt. Seine Fähigkeit und sein Ge-nie machte aus ihm einen Künstler, der wederwas ungestaltetes mehr sehen, noch ungeschicktesmehr nachahmen, schildern oder malen konnte.Alles mußte der schönen Natur änlich werden.Die unzählige Menge von Kunststücken wurdetäglich größer. Griechenland zeigte an, daß al-les fast nur zur Nachahmung der Natur und zurVermehrung der Pracht gereizet habe.

Wie weit waren die Griechen von dem lacher.lichen Eigensinn gewisser modernen Künstlerentfernt, welchen an der schönen Natur selbst fastnichts mehr gelegen zu seyn scheint. Es wirdmeinen Lesern nicht anstößig seyn, daß ich das An-tike mit dem heutigen Kunstwesen vergleiche. Ichrede hier bloß von eingebildeten Gesetzgebern desGeschmackes: Die Natur, oder der schönste mensch.

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