Band 
[Theil II.]
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AZ6 Anh. V. Verdienste alter italiänischer

worden war, mußte zum Bau und zur Verzie-rung der alten Sanct Peterskirche seine Trum.mern hergeben. Wie viel geschmolzene mosai,sche und andre unschätzbare Werke wurden zer-nichtet, um alle Spuren der Abgötterey zu ver-tilgen? Es gieng noch weiter. Totila begrubendlich ganz Rom in Rom, alles wurde der Erdegleich gemacht; der Pflug schnitt ein, wo Palästegestanden, und eröffnete manchem Kunststücke denWeg aus Grotten, das Tagelicht wieder zu sehen.

Achthundert Jahre wurde diesem elenden Zu-stande zugesehen, bis eine Morgenröthe aufgieng,wodurch die Künste wiederum getröstet wurden.Die herrlichsten Bruchstücke und Ueberbleibselder Kunst wurden nach und nach aus ihren unse-ligen Grotten und Gräbern hervorgebracht;Werke der alten Griechen kamen an das Tage-licht, und erweckten die Verwunderung der Beob-achter. Neue Griechen selbst reiseten herbey.In - und ausländische Künstler wurden ermuntert,Pinsel und Meisel rege, und die Schüler zurNachahmung begierig. Die neu erworbeneKenntniß, welche von der Natur unterstützt wur-de, gieng mit ihnen zu Werke; man arbeitetedem Antiquen nach, wodurch die richtigen Um-risse, das Feine, Zarte, Erhabene, Edle, dasLebhafte, Wahre, Ungezwungene, das Gehörigeder Stellungen, Wendungen und Gebärden, dienatürlichen Contrasie und Charaktere entstun-den. Einer folgte dem andern ehrbegierig nach;

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