Band 
[Theil II.]
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5Z8 Anh. V. Verdienste alter italiänischer

genug seyn, ihre Kunsibegierde zu nähren und zuunterhalten. Dennoch sind zuweilen Deutschemit ihren Werken erschienen, welche so gar zuRom bey den vornehmsten Künstlern Erstaunenerweckt, und sie nicht selten zur Nachahmung sol-cher deutschen Arbeit gereizt haben. Raphaelund seine Schule bewunderte Dürers Pinsel,Reißfeder und Grabstichel; sie machten sich da-von auch nicht wenhg zu Nutzen.

Albrecht Dürer konnte in seiner Vaterstadtnicht so wählen, wie die Griechen und Römer un-ter ihrem, so zu sagen, zahlreichen Volke vonMarmor, welches man in ganzen Figuren, Brust-stücken, Köpfen und halberhabenen Arbeitennach Belieben sehen konnte. Dürer nahm,was er fand, indem ihm keine andre Freyheit er-laubt war; die Verschiedenheit des Alters, desGeschlechtes, der Stärke, der Anmuth und an-drer Eigenschaften stand ihm niemals vor Augen,daß er eines durch das andre hatte verbessern kön-nen. Sitten und Gebrauche ließen ihn keinesvon den feinsten Bildnissen nach der Absicht aufseine Kunst erwählen. Er mußte den Grundzu seinen Wissenschaften dem Gegenstände gemäßlegen. Wie war es ihm also möglich einzusehen,ob das Nackende, welches er zeichnete, eine schöneoder nur eine leidliche Natur sey? Mehrere Mo-delle mußten ihm also helfen, daß er den Unter-schied des Schönen von dem noch Schönernwahrnehmen konnte. Viele Modelle von einem

starken