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und deutscher Maler.
starken Manne, den 'er malen wollte, konnten demFarnesischen Herkules an Werth nicht beykom-men, weil er ihn niemals gesehen hatte.
Die menschlichen Begriffe beziehen sich aufdas Sichtbare. Wir sind nicht vermögend, unseine wahre Gestalt einzubilden, ohne auf ein We-sen, das wir gesehen haben, zurück zu denken.Wer die schönste Gestalt in der Einbildung zusehen gedenket, der muß sie in der Natur gefun-den und betrachtet haben; und dann wird es ihmmöglich zu begreifen, was der schönen Naturmangelt, wenn sie die schönste seyn soll. Weraber die schöne Natur für die schönste erkennet,der hat keine schönere gesehen, und die leidlichemuß ihm wie die schöne vorkommen. Jenemwird also die Bemühung, die schöne Gestalt inder Abbildung mehr zu verschönern, möglich undleicht seyn; indem dieser, welcher nämlich dieschöne Natur für die schönste ansieht, nur fähig ist,die leidliche schön zu schildern. Dieser wird vonder schönen Gestalt nicht mehr zu der schönstenhinauf gerathen, da jener über die schönste nichthinaus gelangen kann. Sollte aber einer wieder andre noch etwas schönerö vermuthen; sowürden sich beyde in ihrem Vorstellung betrügen.
Man handelt allerdings wider die Vernunftund wider die Bescheidenheit, wenn man von ei-nem Künstler die Abbildung einer Sache begehrt,deren Form ihm nicht bekannt ist, weil er sie we-der sieht, noch gesehen hat. Er ist nicht vermö-gend.