546 Anb. V. Verdienste alter italiänischer
einen Oeser, Sambach und viele andre bestä.riget.
Diese und andre Landsleute haben keine Ursa-che, diejenigen Ausländer anzubeten, welche ihrenPinsel meistens nur der Wollust, den neu erfunde-nen, gekünstelten, gewundenen, tanzenden, pantomi-mischen, manierirten Nationalgratien widmen, da-durch aber aus den Schranken der schönen, unge»zwungenen, anmuthigen Natur herumflattern, undsich immer mehr vom Raphael, Correggio undGuido entfernen, auch ihrem eignen geschicktenund bescheidenen Schüler und Künstler LaurentPecheuz' von kion Anlaß geben, den Geschmackseiner Lehrer mit Gewalt zu vergessen, damit ernicht sowohl der römischen Schule, sondern auch ei»nein deutschen Mengs und einem Battoni V0NLuca nachahmen könne. Dieser geschickte Mannleitet mich auf den Gedanken, daß es kein Irrthumsey, wenn man alles, was in den Künsten ein Na-tionalgeschmack") heißen kann, allerdings verwirft,weil meistens nur ein manierirteö Wesen und we-nig Wahrheit, noch weniger aber Natur darinnsteckt, welche in der ganzen Welt nur einerley sind,wovon ermeldeter Geschmack oftmals oder fast alle.zeit geflissentlich abweicht, sich selbst wohl gefällt und
zu
*) Ich mache hier zwischen dem Nationalgenieund dem Narionalgeschmack einen Unterfthied.Jener ist die sonderbare Fähigkeit der Künstler, die-ser aber eine Manier, die einer von dem andernannimmt, blindlings nachahmt, und endlich alleseine Mitesser« in einerlei- Weg einleitet.