Band 
[Theil II.]
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548 Anh. V. Verdienste alter italiänischer

Reiset ein Künstler dahin, sich durch seine Ge-schicklichkeit bis zur Vollkommenheit empor zuschwingen; so wird er nicht so viel um berühmtelebende Professoren, als um die Werke der Alten,und um ihre Lehrmeister, und die antiken Ueber-bleibstl fragen. Diese werden seine Wißbegierdenähren. Diese werden ihm den Weg zeigen, ei-nen oder den andern großen Meister zu seinem Leh-rer zu wählen, entweder ein Raphael, Maratti,oder Guercino zu werden.

Jeder Anblick der alten Werke zeigt ihm neueVortheile und Geheimnisse, seine Kunst zu verbestfern. Er lernt sie nicht von dem Künstler, son«der» von feinen Werken. Findet er aber beydezugleich; so kann er sich glücklich schätzen.

Der Künstler leuchtet ihm mit seinem Lichte vor,beleuchtet ihm verschiedene Gegenstände, die er mitoffnen Augen, wie es leider oftmals geschieht, nichtwahrnehmen würde. Dergleichen Wegweiser,wenn wir nicht von Stolz, Vorurtheil und einemNationalgcschmack eingenommen sind, und unsdergleichen Unrath nicht die Augen verkleistert, tref-fen wir in Rom zu allen Zeiten an: Gesetzt, eswären auch nur ungeschickte Finger, welche auf denApollo, auf den Alttinous, Laokoon, Herkules,Apollino, Gladiator, auf die Urania, Flora,oder auf Raphaelen, Fiamengen und andre.Wunderwerke der Künste deuteten.

Wird aber das Reisegeld eines solchen wandern«den Künstlers täglich geringer, mangelt es ihm an

Hülfe