und deutscher Maler. 549
Hülfe und Mitteln, sich Leinwand, Farben, Pinseloder Marmor, Meise! und Brod zu verschaffen; sohat seine Lehrbegierde ein Ende. Er eilet zu leich-ten und schlechten Mustern, seiner Noth zu steuern.Seine Zurückreise wird beschlossen; er kommt imVaterlands an, und weis weniger, als vorher; dieMenge der Kunststücke hat ihn betäubt; daher ent-steht das Vorurtheil, daß in Rom nichts zu lernensey.
Die Künste erfordern Aufmunterung, Unter-halt und Geld. Weil aber dieses in das Fach derKaufmannschaft gehört; so mögen die Künsteschmachten, und wenn man endlich Gemälde, Bild-säulen oder Denkmaale verfertigen muß; so findetman Leute genug, wie mancher Geldhungriger zusagen pflegt, sich bedienen zu lassen. Genug, wenn« die Farben nur bunt sind; wenn der weiße Mar-mor nur eine Figur vorstellt; wenn nur alles zu-sammen in kurzer Zeit ohne viele Kosten verfertigetist; wer sichr mehr darauf? Die Kuppel ist voll-endet, und ist schön. Was ist da gemalt? Alles istschön. Was ist da vorgestellt? Nichts als Schön-heit.
Ich betrachtete einen Platfond mit Verwunde-rung. Ein ansehnlicher, prächtiger, und wie esmich dünkte, ein würdiger Kenner der Malereybefand sich neben mir in gleicher Bcschäfftigung.Ich wagte es, ihn um seine Meynung zu fragen.Allein, wie erschrak ich, als mich seine hochtrabendeAntwort beynahe zu Boden warf. Er sagte näm-Mm z ' lich: