Band 
Vierter Band.
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auch zur Schuld anrechne, was wir aus un-übersteiglicher Unwissenheit begehen. Hiedurchaber wäre man ohne sein Verschulden, tndie unvermeidliche Nothwendigkeit, wie mansauch immer anschiken möchte, zu sündigenversetzt. Denn handelte man wider Wissen,und Gewissen: so wäre es Sünde, es magdas Gegentheil gebothen, oder nicht gebothenseyn; und folgte man der Richtschnur seinesWissens, so wär' es nach dem frommen Port-royal wiederum Sünde. Also Sünde, oderSünde, rechts und links, ohne Rettung.Nun aber so ein Grundsatz schien nicht Jesui-ten nur, schien allen Katholiken, schien selbstPhilosophen für die Sittlichkeit immer höchstgefährlich. Wer soll nicht endlich schließen,daß alles Streben nach Tugend eitel, undunzureichend ist, wenn es der Fälle so vielegiebt, wo sichs dem Verderbniß der Sündeunmöglich entkommen läßt? — Dieß warnun die faule Waare des Portroyals, wel-che durch eine Menge von Widersprüchen,und Verdammungen so verlegen ward, daßsie es nicht mehr wagen durfte, unter Ka-tholiken öffentlich aufzutreten. Dagegen wardie Lehre aller katholischen, und folglich auchR 4 jesui-