Band 
Vierter Band.
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Hochverrath anMenschenliebeihremGastfreun,de, dem strengen Moralisten, danken würden,

„ Gewiß nicht Mänhard: ich wollte ihmwohl eher eine Lüge erlauben, als ich Lust hätte,einSchlachtopfer seiner stroppirtenSittenlehre,und der Rachbegier meiner Feinde zu werden."

Es gab einige, Herr Oberster, gelehrte,rechtschaffene Männer, die in diesen und inähnlichen Fällen selbst die Lüge für erlaubthielten. Allein die Sittenlehrer, von denenwir reden, haben einmal den Grundsaz an-genommen, daß die eigentliche Lüge in kei-nem Falle erlaubt seyn könne. Dieß voraus-gesezt nahmen sie ihre Zuflucht zur Zweideu-tigkeit und Sinnbehaltung, in den Fällen, inwelchen andere die Pflicht, Wahrheit zu ber-gen, für stärker gehalten haben, als diePflicht, nicht zu lügen. Es ward also dieseLehre von der Gewissenhaftigkeit der ^ikten-.lehrer erzeugt, die es nie zugeben wollten, daßdie Lüge in irgend einem Falle erlaubt seynkönne. Dafür haben ihnen unsere reformi-renden Pasquine mit dem Vorwürfe vonLaxität gelohnt, indeß sie selbst kein Beden-ken trugen, auch dann zu lügen, wenn selbstdie Bergung der Wahrheit Verbrechen war.

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