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mer mehr Sorgfalt, man dörfte unter dem„ Mantel der Tradition alle Mißbrauche de-„ cken; als wenn nicht die Schrift selbst aus„ dem Grund sich umstoßen ließ; weil sie allen„ Sekten zum Vorwand gedienet. Wie jene,
„ welche der Uebergabe mit Ehrfurcht begeg-„ nen, der Uebereinstimmung aller Värer fol-„ gen, welche dadurch jeder .Ketzerey den Hals„ brachen, so folgen die, so selbe verachten, der„ Uebereinstimmung aller Ketzer, die sich bloß! „ auf die Schrift beriefen, und mit dem alle
. „ Irrthümer festgesetzt hatten."
i Von den vätern selbst zu reden, kön^
! nen sie diese noch weniger, als sie die altenSchultheologen, zu deren Zeit diese Schrif-ten noch nicht gedruckt gewesen, gekennet ha-ben. Sie sagen wie Luther: Hundert Augu<stinuffe achte ich nicht! Sie meynen, man sollmehr astf einen aus ihnen, als auf diese alle' Acht haben: und da bey ihnen weder Men-ge , noch Alter was saget, sollte die Neuheit,und Sonderheit desto mehr bedeuten. Sielärmen über wenige Mängel, die sie nur denZeiten, nicht den Personen beymessen soll-ten. Sie sprechen diesen Helden Hohn: ih-re Thaten verdunkeln sie, und wollen sich so-> gar für ihre Richter auswerfen,s Von besondern Lehrern mag ich nichtsmelden. Gewiß ist, daß sie sich von Nie-manden so behandeln ließen, wie sie diesenbegegnen. Da es so leicht wäre, wegen
ihren