zwo Leidenschaften kommen wir so weit, daßwir unsers blöden Sinnes gar vergessen, unduns in Kopf setzen, man könne so viel wissen,alsKnan kann untersuchen *. Man denketnimmer daran, daß einige Sachen ganz überunsre Faßbarkeit sind: daß wir zu einigen zugelangen weder Mittel, noch Wege finden:daß wir zu einigen von Natur, und Leibsbe-stellung nicht aufgelegt sind: daß wir oftdurch Ueberhäufung des Gedächtnisses, undder Aufmerksamkeit eines mit dem andernverdrängen, und so vom Nothwendigen aufsUebersiüssige, vom Nützlichen aufs Unnützeverfallen. Aus dem richtig folget, daß wirIrrthümer annehmen, und vieles gar nicht,vieles ohne Richtschnur, ohne Zusammen-hang, ohne Eindruck, und deutliche Be-griffe erlernen.
So aber bin ich schon aufs Ansehen, undden grossen Schaden gekommen, den seinVerfall bald in den Wissenschaften, unddem Staate, bald in der Religion, und gutenSitten anrichtet. Denn das Ansehen anderer,die uns vorgegangen, und noch vorgehen, istdie leichteste A-t jene Ausschweifung desVerstands zurück zu halten. Es ist ein na-türlicher Zaum alles persönlichen Eigensinns.Doch eine Kette zusammenhangender Sätzewird hier das Beste thun, und alles vielumständlicher, viel deutlicher geben. ^T 2 I. So
* Isirwm xoiw wiri, gusvruw ^ureii.