VI
Vorrede.
sammleten Vorrath auf einmal auskramen. Darü-ber verliert er sich in seinem Vortrage; und wenn dasJahr um ist: so hat er vielleicht nicht den zwanzig-sten Theil von seinem Buche zu Ende gebracht. Dießmuß die Zuhörer allerdings abschrecken: und so wirdder gute Fortgang der öconomischen Wissenschaftenauf verschiedene Art gehindert.
Unterdessen hat doch dieser unvollkommene Ver-trag eines geringen und zertrümmerten Theiles deröconomischen und Cameralwissenschaften auf Univer-sitäten bereits seiner: guten Nutzen in der Welt gezei-get. Es ist gar kein Zweifel, daß nicht die preußi-sche Cameralverfassung vor andern Landern einen gros-sen Vorzug behauptet: und daß dabey ungleich mehrgründliche Cameralisten anzutreffen sind, als ander-wärts. Mir sind selbst verschiedene bekannt, dieehedem bey dein geheimen Rath Gaffer öconomischeCollegia gehöret haben, und die nach der Zeit einegroße Einsicht in das Cameralwesen zu erkennen ge-geben haben. Es sind auch seit der Zeit, als wir die-sen Wissenschaften auf Universitäten einen Platz ein-geräumet haben, ungleich mehr gründliche Schriftenvon diesen und jenen Gegenständen in öconomischenund Cameralftchen erschienen, als vormals: und derEifer zu diesem ungemein nützlichen Theile der Ge-lehrsamkeit scheint in den meisten Gegenden vonDeutschland auf einmal belebet zu seyn. Dieser Er-folg zeiget sich auch nicht allein bey uns. Wir neh-men besonders an den Schweden, seitdem die öcono-mischen Wissenschaften bey ihnen gelehret worden,eine recht brennende Begierde zu dieser Art von Un-tersuchungen wahr; und wenn wir unparteyisch seyn
wollen: