auf alle Stande und Unterthanen. ior
denkenden Wesen zu thun, deren Hochachtung oderGeringschätzung niemand, am allerwenigsten abereinem Regenten gleichgültig seyn kann.
*) Oefters beleget das Volk den vortrefflichsten Mi-nister, der zum Besten des Staats die weisesten Ein-richtungen macht , mit einem ganz unverdientenHasse. Die Sache ist ganz natürlich. Viele ha-ben in den vorigen Unordnungen des Staats ihrenVortheil gefunden; sie hassen also denjenigen, derihnen diese Vortheile entzieht. Gemeiniguch wer-den auch zu solchen Verbesserungen des Staats ei-nige Erhöhungen der Abgaben erfordert; und ob-gleich dieselben in der Folge vor den Staat von demgrößten Nutzen sind; st feindet doch der kurzsichtigePöbel denjenigen alleckal von ganzem Herzen an, derseinen Beutel Wgxeift. Niemand hat Frankreichgrößere und wichtigere Vortheile zu Wege gebracht,als der vortreffliche, der große Lolberr. Allein keinMinister ist jemals mehr gehastet worden, als ebenderselbe. Der König mußte ihn sogar mit einerGarde begleiten lassen, um ihn vor der Wuth desPöbels in Sicherheit zu stellen. In solchen Fallenmuß ein weiser Regent alle Mühe anwenden, umeinen solchen unvernünftigen Haß auszutilgen.Darzu dienet gar sehr, wenn er in öffentlichen Edictenden Nutzen und die Vortrefflichkeit der ergriffenenMaaßregeln, deutlich, nachdrücklich und überzeugendvor Äugen legt, und hey allen Gelegenheiten münd-lich bezeuget, wie sehr er mit den Diensten des Mi-nisters zufrieden ist- Hilft dieses nicht, so muß sichein solcher ruhmwürdiger Minister damit trösten,daß die Nachwelt dereinst seine Verdienste desto mehrverehren wird; wie denn die Franzosen aniyo ihremgroßen Lolberr, zu Beschämung ihrer Vorfahren, alleGerechtigkeit wiederfahren lassen.
§. 89»
Hier sollten wir nun annoch die Maaßregeln einesRegenten erwägen, die er zu beobachten hat, wenner so unglücklich ist, daß wirklich Aufruhr und inner-liche Unruhen in dem Staate entstehen. Oefters
G z wird
Von demVerhaltende-Regenten beyAufruhr undEmpörungen.