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Johann Heinrich Gottlobs von Justi Staatswirthschaft, oder, Systematische Abhandlung aller oeconommischen und Cameralwissenschaften, die zur Regierung eines Landes erfordert werden
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zrS Von der Treue der Unterthanen

Was dieTreue ist.

Ein edlerGemüth istkeiner Un-treu? fähig.

und beleidiget werden. Hieraus kann man also auchbeurtheilen, worauf die Treue der Unterthanen haupt-sächlich ankommt. Sie müßten nämlich mit einervollkommenen Zuneigung, Anhänglichkeit und Ehr-erbiethung gegen die oberste Gewalt alles dasjenigesorgfältig vermeiden, und, so viel in ihren Kräftenund Vermögen ist, abwenden helfen, woraus deräußerlichen und innerlichen Sicherheit des Staats,und der Person des Regenten Nachtheil zuwach-sen kann.

§. z6i.

Diese Treue ist das vorzüglichste Kennzeicheneines rechtschaffenen und edlen Gemüthes; und der-jenige, welcher so wesentliche Pflichten verletzenkann, die aus der Haupteigenschaft seines äußerli-chen Zustandes, nämlich eines Mitgliedes des ge-meinen Wesens, abfließen, wird sich um so weni-ger Bedenken machen, die Pflichten des gesellschaft-lichen Lebens und alle andere Schuldigkeiten außerAugen zu setzen, die mit seinem Zustande nicht sostark zusammen hängen, oder bey deren Verletzunger wenigstens nicht so viel zu befürchten hat. Einedler Geist wird auch allemal mit einer Liebe gegensein Vaterland erfüllet seyn, von welchem er die er-sten Wohlthaten empfangen hat; und nur eine nie-derträchtige Seele ist im Stande, seines eigenen Vor-theils halber der Republik Nachtheil zu zu fügen,mit welcher die Wohlfahrt so vieler tausend Men-schen unzertrennlich verknüpfet ist. Die Ehre unddas Aufnehmen des StaatS ist überdieses eines jedenUnterthaneö eigene Sache, weil er durch die enge-sten Bande mit dem gemeinen Wesen vereiniget ist,und einen Theil davon ausmacht. Er verkaufetalso eines schnöden GewinnsteS halber seine eigeneEhre; und hierzu sind nur die niederträchtigstenGemüther fähig.

§. Z6g.