Vorrrede.
Den Bibliotheken genauest durchsuchen und seinVcrzeichniß vervollständigen sollen. Allezeit leich-ter ist es, an der Quelle selbst zu arbeiten, als erstaus fremden Quellen schöpfen zu müßen. Wahrist es aber auch, daß die Nachläßigkeit derjenigenStädte, wo gleich zu Anfang dieBuchdruckerkunstausgeübt worden, uns jener Denkmäler beraubt,statt verwahrt hat, und davon ist auch nicht ein-mal Mainz, wo diefe edle Kunst erfunden worden,ausgenommen. Es folgten Zeiten, wo die Dumm-heit diese Schäze nicht mehrachtete, und diejenigengleichsam auslachte, die solche sammelten. Mitvollen Freuden ließen sie solche aus ihren Bibliothe-ken, die damals Einöden, Höhlen und Kerker der Un-wissenheit und des abscheulichsten Aberglaubenswaren, abfolgen, und wünschten sich Glück, weni-ges Geld dafür erhalten zu haben, um kurze Zeitin der Schwelgerey zuzubringen. Wollte Gott!daß dieses nicht auch auf Mainz anzuwenden wäre!Ich muß dieses, weil es unläugbare Wahrheit undkeine Erdichtung ist, hier rügen. Jezt sucht manste, jezt kauft man sie um theures Geld, und schonder Hochsel. Churfürst in Mainz, Franz Lotharaus dem gräfl. Hause Schönborn hatte die Main-zer ersten Drucke aufsuchen und aufkaufen lassen,aber leider! nicht für Mainz, sondern für Gaybach,wo er eine Bibliothek anlegte. Es sey nun, wennnur der Schaden in der Folge Zeit wieder verbessert,ung alles was Mainzer Druck ist, aufgesucht und er-kauft wird. Vieles ist zwar davon vorhanden ,weit mehr aber noch nachzuholen. Kämen nochviele de la Valtimsche Auktionen zum Vor-schein,