4
°
brauchbare Papiere zerrissen und verschleudert wurden.Diese Klage lasen wir schon oft, besonders von Büchern,die auf Pergament gedruckt waren, welche die stupidesteUnwissenheit den Goldschlagern in die Hände lieferte,woselbst sie hernach auf ewig der Vergessenheit Preist ge-geben und begierigen Forschern zum unersezlichen Scha-den entzogen wurden. Gegenwärtiger Ablasbrief ist aufPergament gedruckt , und zwey würdige Gelehrte habenihn dem Untergang glücklich entrissen, sonst hätt' ervielleicht, wie alle andre, das nemliche Schicksal erfah-ren müssen. Der sei. Prediger und Pros. AlbrechtFrich in Ulm hatte diesen Ablaßbrief eigen, und umsolchen bekannter zu machen, überließ er denselben demwürdigen sel. Superintendent Schelhom in Memmin-gen. Lezterer , als ein sehr arbeitsamer und in derGelehrtengeschichte eifrig forschender Gelehrter, machteden edelsten Gebrauch davon, und wvlte durch die Be-kanntmachung desselben sein Vergnügen über diese in derThat wichtige Entdeckung für die Vuchdrnckergeschichtemit dem Publikum theilen. Er arbeitete damals geradean seinen Ergbzlichkeiten aus der Kirchenhistorie und Lit-teratur, in welche er diesen Ablaßbrief aufnahm und ims. Band S. 372 — 380 beschrieb und ganz abdruckenlies. Damals noch, und auch noch einige Jahre nach-her , war der sel. SchelhvtN der Meinung, daß derPsalter von 1457 und 14ZY so wie des DumndiAatioiiule öivinorum otssciorum ebenfalls von 14Z9mit beweglichen aber geschnizten Buchstaben gedruckt wor-den sey. Diese Ablaßbulle aber ist mit gegossenerSchrift gedruckt, mithin auch mit beweglichen Lettern,und solte ihm also einen überzeugenden Beweist gegeben
haben,