Geschichte des <Quietisnius, rc. 195
so weit, als sie gehen konnten. Wir sind XVIIwegen diesen Ketzern etwas weitläufig gewesen,um die Beziehungen, welche man zwischenihnen und den heutigen Quieristen findt, fühl-bar zu machen. Ihre Irrthümer sind mitjenen vieler anderer Sektirer durch die allge-meine Kirchenvcrsammlung von Wien 1212verdammet worden.
Die falsche Andacht, welche eine Aus,schweifung und ein Mißbrauch der wahrhaftenist, hat fast allezeit heimliche oder öffentlicheI Anhänger gehabt. Sie sind in den letztenJahrhunderten, seitdem die Ordensgeistliche,besonders jene von den neuen Orden, nachabgelegter Handarbeit sich auf die Betrachtung,und auf das innerliche Gebeth (orario menta-les ) verleget haben, viel gemeiner geworden»
In dieser Uebung, so gottselig und heilsam, sie ist , findt sich die Seele sehr gemeinen Blen-dungen ausgesetzet. Da sie keine andere Füh-rer, als ihre eigene Gedanken hat, so läuft. sie Gefahr öfters Ausschweifungen der Einbil-dung für himmlische Eingebungen , ihren Schat-ten für wesentliche Sachen, und die durchdie Hiye des Gehirnes verursachte Unruhe devinnerlichen Mächte für gerade Eindrücke deZgöttlichen Geistes zu nehmen. Wahr ist es,daß man um die Seelen auf diesen klippen-vollen Weg zu führen, Methoden erfunden,und Regeln vorgeschrieben hat, durch welcheN » man