Band 
Neunter Theil.
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GelchiLte des Quietifmus, rc. Liz

das Nuhegcbeth. Zweytens. Wenn nun die xvsSeel z» diesem Stande der Vollkommenheit ^drbunS.oder der Ruhe gelanget ist, so ist sie berge-stalten von Sinnen und ihren Nerven unab-hängig , daß sie sich nicht mehr mit demjeni-gen beschäftiget, was mit dem Leibe vorgeht,mir welchem sie während ihren Aufenthalt aufErve» vereiniget ist; also zwar, daß alleleibliche Handlungen ihr ganz fremd vorkom-men, und sie nicht besudeln, oder von Gottscheiden können. Mit dergleichen Grundsä-tzen, wenn sie zu Führungsregeln gemachtwerden, und mit dem scheinbaren Aeußerli- *chen der eifrigsten Andacht bedecket sind, inwelche erschreckliche Verderbnisse würde sichnicht der Mensch, der ohnehin zum Uebel ssstark geneigt ist, versenken?

Die Bücher des Molinos, welche zuRom verdammet worden sind, wurden nachFrankreich gebracht, und es fehite nicht viel,daß sie nicht eine Ketzerey hervorgebrachtharten, die um so gefährlicher gewesen wäre,als das neue Geistwesen bey Hof und in derHauptstadt Leute für sich harte, die durchihre Würden , durch ihr Ansehen, ihren Ver-stand , ihre Verdienste, und durch ihre andernEigenschaften, ihr ihn wenig Jahren eine un-zählige Menge Anhänger machen konnten.

Aber zum Glücke hatten diese Leute rechtscha-fene Herzen, reine Gesinnungen, und diese Ge^

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