Band 
Neunter Theil.
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Geschichte des Luietismus/ rc 227

Regeln an die Hand zu geben, welche recht; xv»schaffen? Seelen in der Uebung des beschaulichen ^abrbunb-Lebens mitten durch die Klippen und Blen-dungen, womit sie umgeben sind, führen konn-ten. Man untersuchte nach der Hand dieSchriften der Frau von Guyon, und die No-ten, welche sie dazu hergeben hatte, um dieStellen, worüber dieCommiffarien mißvergnügtzu seyn geschienen hatten, aufzuklären, und ihreLehre zu rechtfertigen. Man verglich ihre Ausdrü-cke und ihre zierUcheRedensarlen mir jenen, welchebewährte Schriftsteller, katholische Lehrer undcanonisirte Heilige, die von der nämlichenMaterie geschrieben haben, gebraucht hatten.

Der Schluß dieser Untersuchung, und dieserDergleichung war, daß, wenn sich die Frauvon Guyon nicht allezeit nach der Strenge undDeutlichkeit der Schulthcolvgen ausgedrückethat, wenn sie außerordentliche, übertriebene,nicht allzurichtige Redensarten den Buchstabennach gebraucht hat, sie doch nichts gesaget hatte,welches nicht in allen bey der Kirche ansehn-lichsten mystischen Schriftstellern gefunden wird;daß sie untadelhaft in ihrem Glauben, inihren Sitten, und besonders von den Abscheuslichkeiten des Molinos und seiner Schüler freywäre; daß man aber nichts desto weniger zurgrösseren Sicherheit ihre Bücher unterdrücken,und das Lesen davon verbiethen müßte.

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Dir