Zustand der Wissenschaften rc: Z19
Bemühungen, welche er angewandt hat, seit^A^dem die Künste und die Gelehrsamkeit, wel-che durch die Tiranney der Muselmänner ausKonstantinopel verjaget worden sind, wiedernach Occibent zurück flössen, so waren dochdie Wissenschaften der Vernunft, wie jene derBeobachtung noch in einem Stande der Schwa-che und Kindheit, auS welchem sie nur mitunendlicher Mähe kommen konnten.
Die hohen Schulen, diese alten Heilig-thümer der Wissenschaft waren die Orte,wo man das Joch der Unwissenheit abzu-schineln, am allerwenigsten versuchet hatte.
Man fand allda die nämliche Sprache, dasnämliche Verfahren, die nämlichen Finster-nisse. Man wollte aus der Strasse, aufwelcher jene gegangen sind, die man zu Leh-rer gehabt hatte, nicht hinaus gehen. Wassie gesaget hatten, wurde für heilig gehal-ten. Ihr Ansehen, wenn man es anführte,es mochte gut oder übel angebracht seyn,diente statt des Beweises. Man hätte alleszu verderben, und zu verlieren geglaubet ^wenn man auch nur die mindeste Verände-rung in der Form gemacht hätte, unterwelcher die Gewohnheit, der Gebrauch, dashöchste Gesetz der Schulen, die Wissenschaf-ten den Zöglingen vorstellten. Also schärf-ten die Schüler knechtisch auf den Fußtrittenderjenigen fort, welchen das Lehren aufge-