Zustand der Wissenschaften rc. 345
man noch heut zu Tage das Lesen der vor zahlrei- xvnchen Zuhörern des Hofes und der Stadt vo«,3abrdund.christlichen Rednern, welche im Anfange die-ses Zahrhundertes für Redner gehalten wur-den , ausgesprochenen Reden noch aushalten.
Es ist ein unförmlicher Haufen von Beweis-gründen , wovon die minder schlechten diejeni-gen sind, welche keinen andern Fehler haben,als daß sie nichts beweisen, zu dem Gegen-stände nicht gehörigen Citationen, falsche Gleich-nisse, kindische oder übertriebene Gedanken,ohne Verbindung unanständige Stücke: allesdieses in einem kriechenden und fehlerhaftenStyle geschrieben. Der P. Senault, le Je»nnr und Ringendes sind die ersten gewesen,welche die Regeln der Wohianstandlgkeit gekannthavcn , den Werth der Ordnung und die Noth,wendigkeit eine edle Sprache zu brauchen , wannman aufder evangelischen Kanzel die grossen Ge,genftände der Glaubens-und Sittenlehre abhan»delt. Sie fegten mehr Methode und Ordnung indie Austheilung ihrer Rede, mehr Auswahl undDeutlichkeit in ihre Beweise, mehr Reinigkeitund Würde in ihre Art sich auszudrücken.
Nach ihnen vervollkommnete sich die Re-dekunst dergestalt««, daß die geheiligte Stattegar bald ibre Demosthenen und Cicerone»hatte. Man bewunderte darauf Redner, wel-che Griechenland und Rom unter ihre G.'nicngezählet haben würde. Alles, was die Be«
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