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wenigstens tausend Fuße betragen, und liefert zum freundlichengrünbewachsenen, nördlichen Ufer der Insel einen jener schnei-denden Gegensatze, welche die Natur rings um den schönenGolf mit besonderer Vorliebe aufgehäuft zu haben scheint.
Wie gerne hätte ich nicht von hier aus eingelenkt, dasherrliche mir jetzt so bekannte Neapel im Sommcr'chmuckewieder zu sehen, nebst allen meinen dortigen Bekannten undFreunden, und die Stellen besucht, welche theils Uebermaaßder Gegenstände, theils Krankheit mich während meines frü-hern zweymvnatlichen Aufenthaltes zu besichtigen verhinderthatten! Allein unser Reiseplan entschied anderes und wollteim Gegentheil, daß wir von nun an dem Festlande ein Lebe-wohl sagen, um uns den äolischen Fluthen anzuver-trauen. Zusehends schwand uns die schroffe Capri aus demBlicke, und der weite Golf von Salerno — zeigte keine Küstemehr.
Wir hatten, getäuscht durch ein Paar Stunden mäßigenWindes, von hier an auf bessere Förderung nach dem Zieleunserer Fahrt gehofft, und besonders der Capitün, als Sici-lianer, ins Geheim aus Vergünstigung seines halben LandS-mannes Aeolus gerechnet, dessen Gebiete wir uns nunmehrnäherten. Allein es sollte nicht so werden. Windstille undsogar Gegenwinde, welche uns mit warmem Hauche aus demerhitzten Boden Afrika's und Sicilien's entgegen bliesen,und, durch Verdunkelung des Himmels, die Wasserflächestahlblau färbten, wechselten, zu unserm nicht geringen Ver-drusse, mit einander ab. Die Wärme stieg zu einem empfind-lichen Grade. Unter dem Verdeck war es kaum zum Aushaltenund oberhalb desselben mußte man sich hinter die Segel ver-stecken, um nicht von den Sonnenstrahlen und dem lauen,erschlaffenden Sirocco getroffen zu werden. Meine sicilianischenReisegefährten schienen indessen mehr zu leiden als ich selbst.Sie seufzten über ealore insoft'rihile, während ich meineElbaner- Pflanzen ganz getrost umlegte, um sie nicht demSchimmel auszusetzen, was mir unter den gegenwärtigenUmständen eine desto nöthigere Maaßregel schien, als sich