315
Ungleich wichtiger ist die Cultur der Baumwolle. AufMaltakennt man deren gegenwärtig 5 Arten und Varietäten *). Wiealt ihre Cultur auf der Insel sey, habe ich nicht erfahren kön-nen, daß sie aber hier einheimisch wäre, wie xinige behaupten,kömmt mir unwahrscheinlich vor. Sonderbar dagegen ist es,daß, trotz des ungeheuren Verbrauches dieses so wichtig ge-wordenen Handelsartikels, die Kenntniß der einzelnen Artennoch unvollkommen genug ist, um den gelehrten De Candolle**)zu einem Aufruf an alle Botaniker zu vermögen, dieses Ge-schlecht einmal gründlich zu bearbeiten. Wahrscheinlich stehtes hiermit, wie mit den meisten übrigen ökonomischen Ge-wächsen, deren, je nach Verschiedenheit des Bodens, Climas,der Behandlungsart, des Beysammenseyns, erzeugten, mehroder minder dauerhaften Varietäten, größere Verschiedenheitendarzubieten scheinen, als, genau betrachtet, wirklich vor-handen sind, die man aber, bis auf unsre Zeiten, über demleichtern und einladcndern Studium anderer Pflanzen verab-säumt hat, wie es die nur erst neuerlich gehörig bearbeitetenCerealien-, Kohl- und Maisarten beweisen.
Die Saamen der Baumwolle (welche nebenbcy auch alstreffliche Fütterung für das Vieh benutzt werden) kommenim April in die Erde, und werden in geraden Reihen, jenach der-Art von i, 2 auch 3 Fuß Entfernung, gepflanzt.Die Blüthe, welche bey den einen das erste, bey den andern
*) Weniger glücklich als mit den Gctreidearten war ich bis setzt mitder maltesischen Baumwolle, indem die aus Saamen gut aufge-gangenen Pflanzen nur erst im zweyten oder gar dritten Jahreblühen zu wollen scheinen, so daß ich idre Beurtheilung auf eineandere Gelegenheit verschieben muß. Die Benennungen unter denenich sie-erhielt, waren:
i° Gossypium herbaceum.
r°
barbadense.
3°-
barbad. ß pernambucanum.
4° -
indicum. 8 . religiosum lana alba.
5" ---
iadic. lana rufa,
Prodromus.
Vol. I. pag. 456 .